Lost in den Blue Mountains?! - 08.08.2018

Der Blue Mountains National Park liegt ca 1-2 Stunden Autofahrt Westlich von Sydney.

Hört man den Begriff „Blue Mountains“ so ist in den meisten Köpfen direkt das typische Bild der „Three Sisters“ verankert.

Dies ist grundsätzlich nicht verkehrt und sollte bei dem Trip unbedingt berücksichtigt werden – besonders, wenn man den Park auf eigene Faust mit einem Auto erkunden möchte.

Gibt man nämlich ganz blauäugig bei Google einfach mal „Blue Mountains National Park“ ein mit dem festen Glauben, dass man schon automatisch zu der Touristenattraktion geleitet wird, wird man nach ca 1 ½ Stunden eines Besseren belehrt.

Google führt einen also zunächst aus der Millionenmetropole heraus – und als Europäer hier Auto zu fahren ist gewiss nicht die leichteste Übung, muss man sich doch einiges an Gehupe sowie fluchende Gesichter der anderen Verkehrsteilnehmer gefallen lassen, wenn man statt des Blinkers mal wieder den Scheibenwischer betätigt hat.

Fährt man die A 4, welche anschließend zur M4 wird, immer weiter gen Westen, wird man irgendwann gezwungen, sich zu entscheiden. Folgt man nun den Schildern, auf denen „Blue Mountains Drive“ steht? Oder folgt man dem, was Google sagt? Google liegt schließlich nur in den seltensten Fällen wirklich falsch.

Also fiel die Entscheidung auf Google. Ab einem gewissen Zeitpunkt ändern sich jedoch die Straßenverhältnisse: statt geteertem Untergrund nur noch eine reine Schotter- und Erdstraße. Dies sah eher aus nach „das kann doch nicht richtig sein?!“ aber Google sagte weiterhin „immer schön geradeaus“. Ich versuchte mich zu erinnern: Damals, als ich vor 11 Jahren dort hinfuhr, war das definitiv nicht solch eine Straße. Ich erinnerte mich an eine einfache geteerte Straße, die irgendwann zu dem Aussichtspunkt führte. Auch war drumherum mehr Zivilisation - Häuser sowie eine Touristeninformation.

Nunja. Eine Möglichkeit zum Wenden gab es eh nicht und ich war schließlich nicht alleine im Auto, da ich die Tochter meines Deutschen Kollegen mit dabei hatte. Wir entschieden also: folgen wir weiterhin Google. Die „Straßen“-Verhältnisse verschlimmerten sich immer weiter: Schlaglöcher und enorme Steigungen kamen zum Vorschein. Google sagte weiterhin: noch 14 Kilometer bis zum Ziel, Dauer: ca 45 Minuten. Wow. 45 Minuten für 14 Kilometer – klar. Bei diesen Straßenverhältnissen war sowieso nicht mehr als 10-maximal 20 kmh drin, besonders da wir nur ein normales kleines Auto hatten und keinen SUV mit Allradantrieb.

Ab und an kamen uns sogar andere Autos entgegen. Wir dachten „okay, entweder ist da wirklich was, oder die haben sich ebenfalls verfahren und sind irgendwo umgekehrt. Natürlich kamen wir nicht auf die Idee, diese Menschen einfach mal zu fragen, woher genau sie kamen. Also fuhren wird weiter.

Mir war nun klar: das ist DEFINITIV nicht der Weg von damals. Dich am Endpunkt angekommen wurden wir nicht enttäuscht. Es waren zwar nicht die „Three Sisters“ ABER es war ein atemberaubender Aussichtspunkt in die Blue Mountains hinein. Das Licht war unbeschreiblich und die Umgebung schimmerte tatsächlich irgendwie bläulich. Klar. Die „Blue Mountains“ bestehen eben nicht nur aus den „Three Sisters“ sondern sind eben ein Gebiet mit einer Fläche von 2470 km². Woher also soll Google wissen, dass ich bei Eingabe von „Blue Mountains National Park“ eigentlich die Three Sisters sehen wollte?

So oder so: dieser „Umstand“ bescherte uns eben diesen wunderbaren Ausblick.

Nachdem wir diesen in vollen Zügen genossen hatten, versuchten wir unser Glück mit Google erneut (denn aus irgendeinem Grund hatten wir dort draußen irgendwo im Nirgendwo besten Netzempfang) und gaben bei Google Maps „Three Sisters“ ein.

Und da waren sie wieder, die Schilder „Blue Mountains Drive“. Okay – scheinbar hätten wir diesen doch von Anfang an mehr vertrauen sollen als Google (aber dann hätten wir nicht diesen anderen wunderbaren Aussichtspunkt entdeckt).

Passend zum Sonnenuntergang erreichten wir dann doch die Three Sisters. Es war windig und sehr kalt und eigentlich ist dies auch nur ein typischer Touristenmagnet: Aussteigen, angucken, Foto machen (wie es sie in Massen bereits im Internet gibt), sich denken „jip, ist schön“ wieder einsteigen und weiterfahren.

Unser Tipp also an dieser Stelle: Startet die Tour zu den Blue Mountains auf eigene Faust mit einem Mietwagen und schaut Euch neben den Three Sisters auch den gesamten Nationalpark von oben an - eben von dem Punkt aus, den wir an diese Tag entdeckt hatten.

Stephanie Hiller

CEO von Aussie Travel Adventure

Reist zur Zeit selbst durch Australien, um diesem Portal Leben einzuhauchen.

Galerie

.-.